Kommentar

Die Welt ändert sich und Trump macht Europa den Stier

Es war wohl eine Illusion zu glauben, dass mit dem Ende des Warschauer Paktes auch das Ende des Ost-West-Konfliktes eingetreten sei.

Es geht immer weiter. Derzeit gibt es über dreißig bewaffnete Konflikte weltweit – wir erfahren nur von einem Bruchteil – wie zurzeit in Venezuela und im Sudan.

Beide Länder verfügen über riesige Ölvorräte und man kann sagen, dass die Formel gilt: Dort wo es kostbare Rohstoffe gibt ist der Ost-West-Konflikt nicht weit. Und die Ausbeutung und das Schüren von Konflikten.

Es ist ein alter aber tragischer Hut, dass es stets die Bevölkerung trifft die alles ausbaden muss. Venezuela ist ein eigentlich reiches Land. Aber Embargo und Korruption stürzen die Menschen in Hyperinflation und das Verderben.

 

Im Südsudan werden Menschen auf offener Straße durch Kopfschüsse hingerichtet. Seit der Abspaltung des ölreichen christlichen Südens vom islamischen Norden ist das Land nicht mehr zur Ruhe gekommen.

Die Situation in Syrien und dem Irak ist immer noch ein Ausläufer des komplett ungerechtfertigten Irakkrieges von George W. Bush ab 2002, der es wohl einfach nur seinem Vater gleichtun wollte. Gut, ob dessen Irak-Krieg gerechtfertigt war lassen wir einfach mal dahingestellt. Der Syrienkrieg, der inzwischen deutlich länger dauert als der zweite Weltkrieg, zeigt die weltweite Konfliktlage auf engem Raum.

Die Amerikaner wollen sich nun zurückziehen, Das wird fatal für die Kurden, denn Erdogan wartet nur darauf, gegen sie vorzugehen, nachdem diese den IS erfolgreich bekämpft haben. Es halten sich die Gerüchte, dass Erdogan den IS auch nur symbolisch bekämpft und eigentlich unterstützt. Er tut dies zu Lasten der eigenen Bevölkerung, weil diese natürlich auch Opfer von Anschlägen der IS werden. Wir vergessen in Europa gerne, dass vor allem Muslime Opfer von IS, Al Kaida, Taliban und Boko Haram sind.

Unser Problem ist, dass die Welt derzeit von extremen Egomanen dominiert wird. Lauter Männer, die sich selbst komplett überschätzen, für unersetzlich unfehlbar und faszinierend halten. Wenn es so weitergeht wird unser schöner Blauer Planet Opfer eines profanen Schwanzvergleichs.

 

Aber es gibt auch Lichtblicke: Die junge Greta Thunberg zeigt den Mächtigen, dass auch die Jugend Macht hat. Jugendliche gehen inzwischen weltweit an Freitagen auf die Straße um für die Umwelt zu demonstrieren.

Das finden viele Erwachsene übertrieben und lächerlich. Schulen drohen mit Strafen bis hin zum Schulverweis.

Da stellt sich schon die Frage: Wer ist denn nun verrückt? Der alte Ami, der Mauern bauen und die Umwelt zerstören will, genau wie Jair Borsolino in Brasilien, der den Regenwald abholzen lassen will, der Nordkoreaner mit den Atomwaffen, die afrikanischen Potentaten, die nur in die eigene Tasche wirtschaften, die Europäischen Staatenlenker und Lenkerinnen, die sich im kleinklein eines irren Brexits verlieren, der russische Präsident, der seine einzige Bedeutung aus militärischen Konflikten ziehen kann oder ist es wirklich das 15jährige schwedische Mädchen, das auf Konferenzen den Machthabern klare Ansagen macht?

Sie macht das ganz selbstverständlich. Und andere Jugendliche folgen ihr ganz selbstverständlich. Sie ist natürlich ein Feigenblatt bei internationalen Konferenzen: sie ist jung und interessant und die ist furchtlos und uneitel, was auch mit ihrer Asperger-Erkrankung zu tun hat. Menschen mit Asperger sind keine Charmebolzen aber sie sehen Dinge klar und deutlich. Sie wird deshalb als Verrückte denunziert.

Sie verlangt, dass wir die Erde für ihre Generation bewahren. Was bitte schön ist daran verrückt?

 

HELENE LIVE (in: Die Wühlmäuse)

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